Was ist Manualtherapie?


Was ist Physiotherapie, was ist Manualtherapie?

Der Ausdruck Physiotherapie ist ein Überbegriff für viele und unterschiedliche Therapiemethoden zur Behandlung einer breiten Palette von Gesundheitsstörungen, speziell für Beschwerden des Bewegungsapparates. Zweige der Physiotherapie sind z.B. Thermotherapie, Elektrotherapie, verschiedene Massageformen, Bewegungstherapie (aktiv und passiv), Trainingstherapie (Übungen an und mit Geräten) oder die Rehabilitation von Herzkranken und Hirngeschädigten.

In den letzten Jahrzehnten sind immer mehr Heilmethoden zur Behandlung verschiedener Gesundheitsprobleme entwickelt worden. Eine sehr erfolgreiche Methode ist die Manualtherapie, also die Behandlung mit den Händen. Diese Methode spezialisiert sich auf die Untersuchung und Behandlung von Störungen im Bereich des Bewegungsapparates.

Das Konzept der Manualtherapie besteht darin, duch eine umfassende manuelle Untersuchung eine Hypothese über die Ursache der Störung sowie über die Art und Lokalisation der betroffenen Struktur (Gelenk, Muskel, Nerv) zu erarbeiten. Diese Hypothese bildet dann die Grundlage für die Behandlung. Neben den üblichen physiotherapeutischen Massnahmen werden vor allem passive Gelenkmobilisationen und -manipulationen an den Extremitäten und der Wirbelsäule eingesetzt.

Was soll ich tun, wenn ich mit der Therapie nicht zufrieden bin?

Vertrauen in den Therapeuten bildet die Basis für gute Resultate.

Wenn Sie nicht zufrieden sind, sollten Sie es dem Therapeuten mitteilen. Es könnte sein, dass der Therapeut das Problem nicht wahrnimmt und deshalb froh ist, wenn Sie sich äussern. Falls Sie nach der Besprechung immer noch nicht zufrieden sind, sollten Sie eventuell einen Therapeutenwechsel in Betracht ziehen.

Wenn Sie hingegen mit der Arbeit zuzfrieden waren, schätzt es der Therapeut, wenn Sie dies ihm und Ihrem Arzt mitteilen und ihn an Bekannte weiter empfehlen.

Vielen Dank.

Wie kontrolliere ich die Qualität in der Therapie?

Der Begriff Qualität bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung den definierten und erwarteten Anfoderungen gerecht wird.

In der Physiotherapie werden die Anforderungen sowohl durch den Patienten, als auch durch den Arzt, den Kostenträgern und den Gesetzgebern bestimmt.

Angestrebt wird eine optimale Therapie. Nicht Quantität führt zum Ziel, sondern die Qualität der Therapie.

Zwingend ist, dass der Therapeut, eingebettet in ein Therapiekonzept, effektive Methoden kompetent anwendet und damit rasch die Therapieziele erreicht.

Die Manualtherapie eignet sich hervorragend dazu, da problemorientiert und spezifisch gearbeitet wird.

Was darf von den nachfolgenden Behandlungen erwartet werden?

Der Behandlungsaufbau, der auf die Resultate der Befunderhebung gestützt ist, wird ganz individuell gestaltet. Die Behandlung kann z.B. zuerst aus passiven Gelenkmobilisationen bestehen und später von aktiven Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Stabilisation der Gelenke abgelöst werden. Während der gesamten Therapie kontrolliert der Therapeut den Erfolg seiner Behandlung.

Was geschieht während der ersten Behandlung?

Durch die sogenannte Befunderhebung analysiert der Therapeut während der ersten Behandlung die Beschwerden des Patienten und eruiert deren Ursachen.

Die Befunderhebung besteht aus 2 Teilen: der ausführlichen Befragung (Anamnese) und der umfassenden manuellen Untersuchung.

Die Anamnese gibt Aufschluß über das heutige Beschwerdebild, frühere medizinische Probleme sowie deren Behandlungen und die Anforderungen an den Körper während dem Alltag.

Die Untersuchung erlaubt die Art, die Lokalisation und das Ausmass der Störung der betroffenen Struktur zu definieren.

Vor Abschluss der Behandlung wird der Therapeut die Hypothese dem Patienten erklären und die Behandlungsziele und den Behandlunsplan mit ihm besprechen.

Welche Gesundheitsstörungen kann man erfolgreich mit der Manualtherapie behandeln?

Die Manualtherapie eignet sich hervorragend zur Behandlung von Verletzungen (Sport-, Auto- und Arbeitsunfälle) und Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates. Das Spektrum reicht also von Arthrose und Bandscheibenschäden über blockierte Gelenke und eingeklemmte Nerven (z.B. Ischias) bis hin zu Kopfschmerzen und Muskel- und Bandverletzungen. Neben der Behandlung nimmt der Manualtherapeut aber auch beratende Funktionen ein (rückengerechte Verhalten am Arbeitsplatz und in der Freizeit, Anleitung zu Selbtshilfe, sowie Fitness und Sportberatung). Einige Beispiele:

Arthrose

Degenerative Gelenkveränderungen, die mit Schmerz und Steifigkeit einhergehen und gut auf passive Bewegungen und manuelle Therapie reagieren.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen treten oft an der Basis des Schädels, an der Seite des Kopfes, an der Stirn und in der Augenregion auf. Die Ursachen können vielfältig sein. Eine häufige Ursache sind irritierte oder geschädigte Gelenke der oberen Halswirbelsäule, die dann durch Mobilisation oder Manipulation der betroffenen Gelenke deutlich verbessert oder gar völlig geheilt werden können.

Rücken- oder Bandscheibenprobleme

80 % der Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben unter Rückenbeschwerden. Die Bandscheiben oder die kleinen Wirbelgelenke können die Ursache der Schmerzen sein. Erleichterung kann durch manuelle Therapie und durch spezifische Trainingstherapie erreicht werden.

Sportverletzungen

Zu Sportverletzungen zählen zum Beispiel verstauchte Gelenke, überlastete Bänder und Sehnen (z.B. Tennisellbogen) und Muskelzerrungen. Manuelle Therapie sowie aktive Übungen, Elektro- und Kältetherapie können den Genesungsprozess optimieren und die Rückkehr zur aktiven Betätigung beschleunigen.

Arbeitsunfälle

Manualtherapeuten haben Erfahrung in der Beurteilung von Verletzungen, die am Arbeitsplatz entstehen. Sie erarbeiten ein idividuell angepasstes Rehabilitations- und Trainingsprogramm, das dem Patienten erlaubt, möglichst schnell zur Arbeit zuückzukehren.

Was qualifiziert zum Manualtherapeuten?

Die Grundlagen der Manualtherapie werden bereits an der Physiotherapieschule unterrichtet. Nach Abschluß der Ausbildung hat jeder Therapeut die Möglichkeit, sich zum Manualtherapeuten weiterzubilden.

Die berufsbegleitende Ausbildung ist sehr intensiv gestaltet. Während mehrerer Jahre durchläuft der Absolvent ein Kurs- und Prüfungssystem, in dem die theoretischen Kenntnisse nach dem neuesten Wissenstand vertieft und die spezifischen Techniken praktisch geübt werden. Unter Supervision lernt der Therapeut die Umsetzung in die Praxis. Zum international anerkannten OMT Therapeuten avanciert der Absolvent nach dem Bestehen des anspruchsvollen Abschlussexamen, das ihn auch zur Anwendung von Manipulationen berechtigt.

Die Manualtherapeuten haben sich in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Manuelle Therapie zusammengeschlossen. Dieser Verband hat die Aufgabe, die fachliche Weiterbildung und die Qualität der Patientenbetreuung auf höchstem Niveau zu erhalten und den Informationsauftausch zu fördern.